Vivien Bullert

Vivien Bullert ist im niedersächsischen Hildesheim geboren und aufgewachsen. Nach der Matura reiste sie viel in der Welt herum und begann eine Tischlerlehre, die sie zugunsten eines Studiums der Sozialwissenschaften aufgab. Durch einen Zufall kam sie ans Theater und blieb dort, spielte in vielen Filmen und komponierte für den preisgekrönten Spielfilm «Puppe, Icke & der Dicke» den Titelsong «Oh Boy».

Interview mit Vivien Bullert - Mitarbeiterin des Monats Oktober 2015

Bei «Endstation Sehnsucht» gastieren Sie – nach «Kasimir und Karoline» – zum zweiten Mal am TZ. 
Viel, viel Theater. In Zürich zum Beispiel mit Fabienne Hadorn ein Jugendtheaterstück über Musik und Jugendrevolte. Ausserdem spielte ich die Marwood in «Miss Sara Sampson» unter der Regie von Laura Koerfer. Dann habe ich bei einer ganzen Reihe von Kurzfi lmen mitgespielt. Kurz vor der Sommerpause kam dann die Übernahme der Hauptrolle in der Urauff ührung «Wir sind selig» in Bern von Michèle Roten. Ich musste innert 24 Stunden einspringen. Was für ein Abenteuer!

Wie kamen Sie zum Theater?
1999 war ich mit einem Schauspieler zusammen, der bei einer griechischen Koproduktion eingeplant war. Ich habe ihn besucht und der Regisseur Albrecht Hirche war von mir so angetan, dass er mich bat, eine kleine Rolle zu übernehmen. Ich habe mich sofort in das Theater verliebt. In Athen auf der Bühne zu stehen, in der Wiege des Theaters… Das Stück war ein grosser Erfolg. Wir gewannen viele Preise und spielten unter anderem auch in Zürich. So kam ich das erste Mal in die Schweiz. Albrecht Hirche nahm mich von da an zu den nächsten sieben seiner Produktionen mit, unter anderem auch an das Theater Basel und an die Berliner Volksbühne, wo ich mit Kolleginnen wie Bettina Stucky oder Katja Reinke spielen durfte. So habe ich sehr viel gelernt und mich parallel um die Ausbildung meiner Stimme und Technik gekümmert. Es war zwar ein sehr unüblicher Weg, aber ich hatte das Glück, dass ich seither sehr viele unterschiedliche Rollen spielen durfte.

«Endstation Sehnsucht» spielt in New Orleans. Waren Sie schon einmal dort? Ist es für Sie von Bedeutung, die Orte zu kennen, an denen ein Stück spielt? Wie bereiten Sie sich auf die Rolle vor?
Leider noch nicht. Aber das wäre herrlich, für die Vorbereitung nach New Orleans zu fl iegen. Am Theater Basel sind wir zur Vorbereitung von Ödön von Horváths «Glaube Liebe Hoff nung» mit dem TVG nach Paris gefahren. Ich bin vorher noch nie in Paris gewesen. Ich werde das nie vergessen. Wir haben fi lmisch den Tod von Horváth nachgedreht und sein Grab gesucht. Auf alten Karten war sein Grab in Paris eingezeichnet. Wir haben erst später erfahren, dass er Jahre zuvor nach Wien umgebettet worden war. Und doch hat es mich dem  Autor und seiner Sprache sehr nah gebracht. Das war ein grosses Geschenk.

Was kann Ihnen die Arbeit bei einer Theaterprobe so richtig versüssen?
Schokolade.

Und was vermiesen?
Zu viel Schokolade.

Was verbinden Sie mit dem Begriff «Endstation»?
Ende und Anfang.

Und was verbinden Sie mit dem Begriff «Sehnsucht»?
Immer wieder neue Rollen spielen zu dürfen. Und Sonne, Wasser, Sand.

Mit welcher literarischen Figur können Sie sich identifizieren?
Alice in Wonderland.

Welche natürliche Gabe möchten Sie gern besitzen?
Essen ohne zuzunehmen. Ich esse und koche schrecklich gerne.

Welches Kompliment können Sie auf den Tod nicht ausstehen?
Ich liebe Komplimente.