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Festland | Stefan Lahr, Vera Bommer | Foto: Heidi Arens

Wenn Pinguine zu sehr lieben

von Stefan Busz

 

Winterthur. Die Fantasie an die Macht! Das Theater Kanton Zürich zeigt mit der Schweizer Premiere von «Pinguine können keinen Kuchen backen», wie verspielt die Welt der Kinder ist. Und Rosinen für alle gibt es am Schluss. Sie haben einen dicken Bauch und einen sehr kleinen Kopf. Darauf ein Pompon. «Ir müend zimli doof usgsee», sagt der Maulwurf zu den zwei Pinguinen: «Loos! Hauet ab!» Der Maulwurf hat eine Quarktorte bestellt, und die will er jetzt in Ruhe essen.

Die Quarktorte aber haben die Pinguine schon intus. Nichts mögen Pinguine so sehr wie Quarktorte, sie sind geradezu versessen darauf. Und es ist ein grosser Fehler, eine Quarktorte unbeaufsichtigt auf der Bühne (wie hier von Stefan Schwarzbach) herumstehen zu lassen. Tür auf, Tür zu. Auftritt Pinguin eins und zwei. Und schon ist die Quarktorte weg. Rüübis und stüübis.

Mit einer solchen Verschlingungsaktion beginnt «Pinguine können keinen Kuchen backen». Andreas Storm, der selber schon mal ein Pinguin war, hat das Kinderstück (ab fünf Jahren) von Ulrich Hub für das Theater Kanton Zürich eingerichtet: mit der ganzen Liebe – und auch mit all den anarchischen Sachen, die dieser Geschichte eingeschrieben sind. Katholischer Pinguin-Kindergottesdienst (wie in Hubs Vorgängerstück «An der Arche um acht») war gestern. Jetzt ist die Fantasie an der Macht, auch in der schweizerdeutschen Version von Simon Froehling. An der Premiere wurde uns allen ein bisschen trümmlig. Denn dieses Theater ist so gut wie eine Quarktorte. Vielleicht noch ein bisschen besser. Denn Rosinen gabs auch dazu.

Die Pinguine (Brencis Udris, Vera Bommer) sind das eine, die Kostüme von Barbara Mens geben ihnen die Figur. Toll. Das Huhn (Cathrin Störmer) ist das andere, und so ein Superhuhn hat die Bühne noch nie gesehen. Umwerfend, der Auftritt. Und wenn das Huhn mit dem geliebten (!) Staubsauger und den anderen nicht mehr weiterkommt, dann tanzt es ein Lied. Singen kann auch der Maulwurf (André Frei), er macht es nach der Art des Xavier Naidoo. Super, das ganze Theater. Und so sind wir nach dem grossen Finale auch hin und weg. Wie die Quarktorte am Anfang.

© Der Landbote; 31.01.2011