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Fluchtwege | Vera Bommer, Brencis Udris | Foto: Peter Walder

Der Richter und sein Henker

Der Richter und sein Henker

von Friedrich Dürrenmatt | Regie: Deborah Epstein | Uraufführung

«Da haben Sie mich und Gastmann aufeinander gehetzt wie Tiere!» «Bestie gegen Bestie», kam es unerbittlich vom anderen Lehnstuhl her. «Dann waren Sie der Richter, und ich der Henker», keuchte der andere. «Es ist so», antwortete der Alte.

 Stefan Lahr, Brencis Udris | Foto: Judith Schlosser

Zentrale Figur des erfolgreichsten Kriminalromans von Friedrich Dürrenmatt ist der kranke Kommissar Bärlach, der vor vielen Jahren eine Wette mit dem Verbrecher Gastmann abschloss. Während Bärlach meinte, dass »die menschliche Unvollkommenheit, die Tatsache, dass wir die Handlungsweise anderer nie mit Sicherheit voraussagen können, und dass ferner der Zufall, der in alles hineinspielt, der Grund sei, der die meisten Verbrechen zwangsläufig zu Tage fördern müsse«, erkannte Gastmann gerade darin die Möglichkeit, ein nicht aufzuklärendes Verbrechen zu begehen. Vor den Augen Bärlachs stiess er einen Unbeteiligten von einer Brücke. Die Polizei ging von Selbstmord aus. Gastmann wurde trotz der Hinweise des Kommissars nicht zur Rechenschaft gezogen und machte eine grosse Gangster-Karriere. Nun sieht Bärlach endlich die Chance, Gastmann nach all den Jahren der vergeblichen Jagd zu überführen. Ein Kollege des Komissars wird in der Nähe des Dorfes Twann ermordet. Der Kommissar meint den Mörder zu kennen, lenkt den Verdacht aber geschickt auf Gastmann. In einem verwirrenden wie raffinierten Spiel lässt Bärlach den eigentlichen Täter zum Henker werden.